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Zahlreiche Teilnehmende beim Kick-Off für die Zukunft von DeepGreen

Zahlreiche Teilnehmende beim Kick-Off für die Zukunft von DeepGreen published on

Am 02.03.2021 hat das virtuelle Kick-Off für die Zukunft von DeepGreen unter dem Titel Bisherige Erfolge und neue Ziele stattgefunden. Die Veranstaltung markiert sowohl den Abschluss des fünfjährigen DFG-Projektes als auch den Beginn des Pilotbetriebs von DeepGreen, der für die nächsten zwei Jahre aus Eigenmitteln des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg getragen wird.

Die Veranstaltung ist auf großes Interesse gestoßen, teilgenommen haben 152 Vertreter:innen aus zahlreichen Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Verlagen. Dabei haben uns die zahlreichen Anmeldungen aus Österreich besonders gefreut.

Nach einem Einführungsvortrag zum aktuellen Stand von DeepGreen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in fünf verschiedenen Themenräumen Fragen an die Projektbeteiligten und an DeepGreen-Anwender:innen zu stellen.

In Raum 1 haben Beate Rusch (KOBV) und Konstanze Söllner (FAU) Fragen zum Pilotbetrieb und zur Finanzierung von DeepGreen beantwortet. Es wurde verdeutlicht, dass im Rahmen des Pilotbetriebes DeepGreen sowohl funktional als auch hinsichtlich seiner Reichweite ausgebaut werden soll. Dabei können Bibliotheken schon jetzt unterstützen, indem sie aktiv testen und in Vorbereitung auf den Regelbetrieb bei Kolleg:innen in den Bibliotheken und Verbünden für den Dienst werben. Perspektivisch wird es eine Umlagefinanzierung geben müssen und in der Diskussion wurde angeregt, auch mit Verlagen über eine Re-Finanzierung zu sprechen.

In Raum 2 standen Hildegard Schäffler (BSB) und Regina Retter (BSB) zu Fragen rund um Verlage und Lizenztypen bereit. Auch hier wurde die große Bedeutung von grünem Open Access für viele Anwender:innen betont. Es besteht außerdem der Wunsch, dass DeepGreen die Abbildung personenbezogener Autor:innen-Rechte (nach dem Zweitveröffentlichungsrecht und nach Verlagspolicies) anstrebt. Die Teilnehmenden wünschen sich eine stärkere Beteiligung DeepGreens an der politischen Open-Access-Debatte, vor allem in Bezug auf grünen Open Access. Besonders spannend ist das unterschiedliche Interesse der Repositorien an großen und kleinen Verlagen. Repositorienbetreiber großer Institutionen haben vor allem Interesse an Lieferungen großer Verlage (Wiley, MDPI, Frontiers), denn durch die anfallenden Nacharbeiten bei kleineren Verlagslieferungen lohnt sich die Automatisierung dieser nicht so sehr. Für kleine Repositorien hingegen sind vor allem Kleinst-Verlage interessant.

In Raum 3 haben Stefan Lohrum (KOBV) und Julia Boltze (KOBV) Fragen zu technischen Funktionserweiterungen und –erweiterungswünschen beantwortet. Hier stand vor allem das Thema SWORD im Fokus. Die Teilnehmenden begrüßten die geplanten technischen Erweiterungen in Bezug auf SWORD sehr, wünschen sich aber zusätzlich eine bessere technische Dokumentation und Testdaten, um die SWORD-Anbindung unabhängig von den DeepGreen-Lieferungen testen zu können. Sie wünschen sich außerdem ein aktives Monitoring zum Status der angebundenen SWORD-Schnittstellen.Noch einmal betont wurde, dass die Anwender:innen in der Affiliationsdatei gern Negativ-Angaben machen wollen, sodass zukünftig also angegeben werden kann, von welchen Affiliationsangaben sie keine Artikellieferungen wollen.

In Raum 4 und 5 hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Gespräche mit Anwender:innen von DeepGreen zu führen. Hier standen Heinz Pampel (Helmholtz Open Science Office), Michaela Voigt (TU Berlin), Elisabeth Wünnerke (UB Duisburg-Essen), Frank Lützenkirchen (UB Duisburg-Essen), Markus Putnings (FAU) und Melanie Schreiber (HU Berlin) für Fragen zur Verfügung. Im Fokus stand der Dialog der Teilnehmenden über die Workflows bei der Nutzung von DeepGreen. So wurde z. B. diskutiert, wie Metadaten der Verlage kontrolliert und angereichert werden. Einige der bereits initiierten Weiterentwicklungen wurden deutlich begrüßt, insbesondere die Filterfunktion. Angeregt wurde außerdem, dass DeepGreen sich auch der Verteilung weiterer Publikationstypen wie Monographien und Konferenzbänden widmet. Zukünftig wünschen sich die Teilnehmenden möglichst vorhersehbare, transparente Ablieferungsrhythmen der Verlage. Diskutiert wurde außerdem der Umgang mit Early View Artikeln. Hier wünschen sich die Teilnehmenden eine bessere Kennzeichnung. Auch soll von DeepGreen-Seite herausgefunden werden, ob die Verlage in solchen Fällen nur die Early View Version schicken oder ob die Verlagsversion später noch nachgeliefert wird.  Der Austausch über die Praxis bei der Nutzung von DeepGreen wurde von mehreren Teilnehmenden als sehr positiv herausgehoben.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für die spannenden Diskussionen in den Themenräumen und hoffen, Sie alle bei der nächsten Veranstaltung wieder begrüßen zu dürfen.

Die Folien zur Veranstaltung wurden auf Zenodo veröffentlicht: https://zenodo.org/record/4581246